Parodontitis


Parodontitis ist eine fortschreitende, schmerzhafte Erkrankung des Zahnhalteapparates, die die Mehrheit von Hunden ( und Katzen) über 3 Jahre betrifft. 

Dieser Sammelbegriff steht für eine Vielzahl von durch Zahnplaque herbeigeführten Entzündungen des Zahnhalteapparates (= Verankerungssystem der Zähne im Kieferknochen). Zahnplaque ist ein gelartiger Biofilm. Das früheste Anzeichen hierbei ist die Zahnfleischentzündung ( Gingivitis). Bei der Gingivitis kommt es zu Rötungen & Aufqellungen des Zahnfleisches und später auch zu Blutungen.

Patienten mit Gingivitis können in Zukunft sehr leicht eine Parodontitis entwickeln.

Die gute Nachricht ist: GINGIVITIS ist reversibel- frühzeitiges Handeln kann daher späteren Zahnverlust verhindern!

Wenn es einmal zu einer Parodontitis mit beginnendem Knochensubstanzverlust kommt, ist dieser Prozess nur zu verlangsamen- aber NICHT rückgängig machbar.

Ursächlich für ein Gingivitis und deren Folge ist die Ansammlung von Zahnplaque auf der Zahnoberfläche. Zahnstein hingegen ist nur ein sekundärer Faktor.

Der Zahnhalteapparat wird durch folgende Mechanismen zerstört:

1. Zu etwa 50% durch  Mikroorgansimen im Plaque, die den Zahnhalteapparat schädigen

2. Zu weiteren 50% durch die individuelle Immunantwort des Tieres

 


Anzeichen von Parodontitis sind:

  • Zahnfleischbluten 
  • Übler Geruch aus dem Maul, Mundgeruch ( ist niemals „normal“), Maulgeruch
  • Fressunlust 
  • Verweigerung das Maul zu öffnen 
  • Vermehrtes Speicheln
  • Mattigkeit/ Aggression/ Depression

 

Eine gründliche Zahnuntersuchung (im wachen Zustand und in Narkose, Zahnröntgen) und anschließender professioneller Parodontitisbehandlung ( Ultraschallscaling, anschließender Politur) kann die Gingivitis rückgängig machen und die Parodontitis im Fortschreiten verlangsamen. In sehr fortgeschrittenen Fällen kann es sinnvoll sein betroffene Zähne zu ziehen- besser kein Zahn als ein schmerzhafter, kranker!


Das wichtigste anschließend ist das ZÄHNEPUTZEN zu Hause- sie können maßgeblich dafür sorgen das Zahnplaque regelmäßig entfernt wird und Zahnstein erst gar nicht entstehen kann. Studien haben eindeutig bewiesen, dass das mechanische Wegbürsten des Zahnplaques mit einer Zahnbürste mit Abstand die effizienteste Methode zur Bekämpfung darstellt.

 

  • Im wachen Zustand kann keine professionelle Zahnreinigung und -behandlung durchgeführt werden.
  • Die Entfernung des sichtbaren Zahnsteines mit einem Handscaler ist relativ sinnlos.
  • Am wichtigsten ist die Entfernung des Zahnplaques in den Zahnfleischtaschen- denn hier sitzt die Wurzel des Übels
  • Außerdem werden dadurch winzig kleine Kratzer am Zahnschmelz verursacht. Wenn diese nicht anschließend durch eine Politur geglättet werden, kommt es in Zukunft noch leichter zur Anlagerung von Plaque und Zahnstein an der aufgerauten Zahnoberffläche
  • Zahnfleischentzündungen sind schmerzhaft- im Wachzustand den Plaque zu entfernen ist sehr unangenehm und kann Tiere schwer traumatisieren.
  • Ohne Zahnröntgen ist nur der halbe Zahn ersichtlich- der gesamte Bereich der Wurzel und des Zahnhalteapparates kann nicht abgeschätzt werden